Bericht unserer Reporterin Astrid H. Schuricht:
Es versprach ein schöner Jagdtag zu werden, dieser 2. Samstag im November 2003. Die Sonne bemühte sich erfolgreich, ihre Strahlen immer wieder durch den leichten Wolkenschleier zu schieben und der himmlische Wasserhahn, der Tage davor mindestens stark getropft hatte, war von Petrus extra für die Bläserjagd fest zugedreht worden. Ideale Wetterbedingungen für Pferde, Reiter und Meute.
So standen denn beim Aufbruch zur Jagd ca. 50 Teilnehmer bereit, die von
nah und fern - man sah sogar Kennzeichen aus Aalen und Schwäbisch
Hall - gekommen waren, der Frankenmeute auf der Spur zu bleiben. In
geordnetem Feld, vorne weg die Hunde und ihre Equipage, ging es an den
Rand der Ortschaft Wald bei Gunzenhausen, wo das Jagdfeld Aufstellung
nahm, bis der Schleppenleger mit seinen Scouts aus dem Blickfeld der
Hunde entschwunden war und der Master of hounds sie mit ihrem gewohnten
Ruf aufmunterte, die Schleppe aufzunehmen und dem vermeintlichen Wild
nachzuhetzen. Mit hellem Geläut stob die bestens trainierte Meute
davon. Mit langen Galoppsprüngen folgten die Pferde und trugen ihre
Reiter sicher über das gut überschaubare und griffige
Gelände. Nach jedem Run stand schon eine der teilnehmenden
Bläsergruppen bereit, um dem Flair der Jagd die musikalische Note
zu geben. Dienten in früheren Zeiten die Hörner zur
Verständigung zwischen den einzelnen Gruppen der Jagdteilnehmer,
so sind sie heute ein nicht mehr zu entbehrendes Muss einer Schleppjagd.
Natürlich gibt es noch Signale, ohne die man die Jagd weder
eröffnen noch beenden würde. Das bekannteste davon ist ohne
Zweifel das "auf, auf Kameraden, aufs Pferd". Doch im Laufe
der Zeit kamen viele neue Tonstücke dazu, geeignet, die Zuschauer
in die Klangfülle der verschiedenen Hörner und
Bläsergruppen einzuführen.
Aber kehren wir zur Meute und den Reitern zurück. Eine Begebenheit
an diesem Tag ist sicher vielen besonders in Erinnerung geblieben. Der
Schleppenleger ritt an, zog den Scent eine kurze Strecke gerade hinter
sich her und machte an einem Wegkreuz einen Haken nach links. Dann
verschwand er aus unserem Sichtfeld. Nach einer kleinen Weile kam der
Befehl an die Hunde, die Spur aufzunehmen. Ein paar Augenblicke
später ertönte das bekannte Geläut, die Beagles waren
fündig geworden und setzten zur Verfolgung an. Da sprang
urplötzlich und für alle, Hunde, Reiter und Zuschauer
unerwartet, ein ausgewachsenes Exemplar der Gattung Feldhase aus dem
hohen Gras am Rand des Weges und suchte sein Heil in der Flucht. Nun,
die Meute hinter sich war für den Hasen kein Problem, denn es war
gut zu erkennen, dass sich der Abstand zwischen Jäger und Gejagtem
stetig vergrößerte. Gespannt allerdings waren wir alle, was
die Hunde tun würden, als der Hase es vorzog, an der Wegkreuzung
nicht links abzubiegen wie der Schleppenleger vor ihm, sondern geradeaus
weiter rannte. Unser Erstaunen war groß, als die Mehrzahl der
Hunde brav auf dem Scent blieben und nur ein paar der jüngeren die
frische, verlockende Spur des Hasen interessanter fand. Doch in dieser
verführerischen Situation zeigte sich der Gehorsam dieser Beagles.
Ein Reiter der Equipage war im Nu hinter den kleinen Ausreißern
her und kam ein paar Wimpernschläge später mit den Hunden
wieder zur Wegbiegung zurück. Nach einem kurzen Speed hatten die
"Hasenjäger" ihre Kameraden wieder eingeholt und folgten
mit eifrigem Geläut brav der Pansenspur.
Solche Erlebnisse sind nicht immer so schön zu beobachten, denn meist ist das Gelände nicht so gut einzusehen wie hier auf der Fränkischen Seenplatte und damit die Arbeit der Hunde auch nicht so hautnah mitzuerleben. Aber es sind eben solche Begebenheiten, die einen Jagdtag bereichern und einmal deutlich zeigen, wie zuverlässig eine gut trainierte Meute selbst bei solchen ungeplanten Einlagen ist.
Die Jagd endete mit einem kräftigen Waidmannsheil für die
Jagdveranstalter und die Bläsergruppen, einem wohl verdienten
Curée für die Hunde, einem Bruch für die Reiter und
einem extra "Bruch" in Form einer dicken Karotte für die
Pferde. Fünf Bläsercorps hatten die ganze Jagd musikalisch
begleitet und es sei erlaubt, ihnen hier noch einmal Dank zu sagen. Es
bliesen zu unser aller Freude die Schanzer Parforce Ingolstadt, das
Bläsercorps des Reit- und Fahrvereins Schwabach, die
Jagdhornbläser PCV Abendsberg, die Trompes Franconiennes und die
Nürnberger Reiterlichen Jagdhornbläser, die Jagdherren, die
zu diesem wieder gelungenen Tag eingeladen hatten.
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