Bericht unserer Reporterin Astrid H. Schuricht:
Bei meiner Abfahrt in Nürnberg regnete es noch, doch bereits kurz
nach der Ankunft auf dem Reiterhof Altmühlsee hörte es auf.
Nein, die Sonne hatte noch keine Chance, auch nur einen einzigen
Strahl durch die Wolkendecke zu schicken, sie war einfach zu dicht.
Wenigstens war es jetzt von oben trocken und es versprach, ideales
Jagdwetter zu werden. So sahen es auch die ca. 30 Reiter, die auf dem
Hof ihre Pferde zäumten und sattelten, um sich pünktlich um
12:30 Uhr zur Eröffnung der diesjährigen Bläserjagd auf
dem Reitplatz einzufinden. Alle waren bester Stimmung. Die eingeladenen
Bläsergruppen wetteiferten bereits mit bekannten Jagdweisen um den
Applaus der vielen Zuschauer, die Pferde tänzelten schon unruhig,
die Reiter zogen noch einmal die Gurte nach und die Equipage der
Frankenmeute nahm Aufstellung, um die Beagles an die Pferde zu nehmen.
Nach der Ansprache des Vorstandes des Veranstalters, der Reiterlichen
Jagdhornbläser Nürnberg, holten der Master und seine
Begleitung die Hunde von ihrem Hänger ab und führte sie der
Equipage zu. Die Bläserjagd 2004 konnte beginnen.
Am Ortsrand legte der Schleppenleger den ersten Run. Gut trainiert
und topfit stürmte die Meute los und ebenso freudig folgte das
Jagdfeld. Die Hunde hatten die Nasen tief auf der Schleppe und
zeigten wieder die von der Frankenmeute gewohnte Spurtreue. Bei einem
der vielen Runs war das Pack besonders hautnah zu erleben. Der
Schleppenleger ritt an einer sehr langen Wiesenflur rechts hinauf,
schlug einen großen Bogen und ritt auf der anderen Seite wieder
zurück. Dann drehte er scharf nach rechts auf einen Feldweg ab
und verschwand nach einiger Zeit aus unseren Augen. Jetzt erst bekamen
die Hunde den Befehl, die Spur des „Wildes” aufzunehmen
und ihm nachzusetzen. Fachmännisch und sehr interessiert
verfolgten wir Zuschauer die Arbeit der kleinen Jäger.
Pfeilschnell und sicher folgten sie der gelegten Schleppe, stoben die
lange Gerade der Wiesenflur hinauf, liefen fein sauber den Bogen aus,
blieben auch den langen Weg zurück genau auf der Fährte und
jagten dem Schleppenleger auf dem Feldweg hinterher.
Ich verfolge nun schon mehr als ein Jahrzehnt die Arbeit der Frankenmeute und ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert von der erstaunlichen Fähigkeit der Hunde, eine in sparsamen Tröpfchen gelegte Spur aufzunehmen, dem Pseudo-Wild auf den Fersen zu bleiben und es schließlich zu stellen. Dabei braucht das Pack nicht immer die Hilfe einer Lake, das Trittsiegel des Schleppenlegerpferdes alleine hat schon bei so mancher Jagd völlig ausgereicht, um den Beagles sichere und gute Arbeit zu ermöglichen. Eine Hundenase ist doch ein echtes Wunderwerk.
Aber gehen wir zurück zum Jagdgeschehen. Noch immer quälten sich dicke graue Wolken über den Horizont, aber hin und wieder gaben sie ein Stück blauen Himmel frei und ließen den einen oder anderen Sonnenstrahl auf die feuchten Auen fallen. Uns, die wir passiv an der Jagd teilnahmen, konnte das nur recht sein, es bescherte uns und unseren Fotoalben lebendige und stimmungsvolle Jagdbilder.
Auch in diesem Jahr wurden wir reichlich mit jagdlichen Melodien und Signalen verwöhnt.
Außer den Gastgebern waren fünf weitere Bläsercorps
angetreten. Es sei mir erlaubt, mich im Namen aller Teilnehmer an der
Bläserjagd, den aktiven und den passiven, bei ihnen zu bedanken
für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, diesen Samstag mit uns
zu verbringen. Es waren die Reiterlichen Jagdhornbläser
München, die Schanzer Parforcebläser, das Bläsercorps
des Reit- und Fahrvereins Schwabach, die Bläser des Reit- und
Fahrverein Ebsdorfer Grund und die Trompes Franconiennes.
Die Jagd fand ihren stilvollen Abschluss mit dem Curée der Hunde und der Überreichung des Bruches an die teilnehmenden Reiter. Die Pferde bekamen für ihren Einsatz natürlich eine extra große gelbe Rübe.
Ein herzlicher Dank zum Schluss an die Veranstalter, die Reiterlichen Jagdhornbläser Nürnberg, die wieder keine Mühen gescheut haben, diesen Jagdtag vorzubereiten und durchzuführen. Die Jagd in Wald bei Gunzenhausen ist es immer wert, dabei zu sein, egal bei welchem Wetter.
Astrid H. Schuricht